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08.06.2016, 08:13 Uhr

Karl-Josef Laumann spricht bei der CDU zum Thema Pflege

„Wir lassen niemanden im Stich“

 „In Deutschland muss niemand Angst vor dem Alter oder Krankwerden haben. Wir lassen niemanden im Stich.“ Im voll besetzen Saal der Gaststätte Arning bezog Karl-Josef Laumann als Vorsitzender des CDU-Bezirksverband, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium und Bevollmächtigter der Bundesregierung für Patienten und Pflege Stellung. „Pflege geht uns alle an“, unter diesem Thema stand die CDU-Gemeindeverbandsversammlung.

Everswinkel -  Pflege geht uns alle an“, unter diesem Thema stand am Freitagabend die CDU-Gemeindeverbandsversammlung. Im voll besetzen Saal der Gaststätte Arning bezog insbesondere Karl-Josef Laumann als Vorsitzender des CDU-Bezirksverband, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium und Bevollmächtigter der Bundesregierung für Patienten und Pflege Stellung. Zudem nahmen Birgit Stelthove als Geschäftsführerin des Everswinkeler Pflegedienstes „pro.cura“ und Detlef Roggenkemper, Pflegedirektor des St. Elisabeth-Stiftes (Träger des Haus St. Magnus), an der Expertenrunde teil.
 
Moderator Gerrit Krause erläuterte, dass es in Deutschland zurzeit etwa 2,7 Millionen Pflegebedürftige gibt und Experten bis 2050 mit einen Anstieg auf 4,5 Millionen rechnen. „Die Bundesregierung hat den Handlungsbedarf erkannt und hat die Pflegestärkungsgesetze I und II auf den Weg gebracht“, sagte Karl-Josef Laumann. Während sich die Lebensbedingungen der Menschen in den vergangenen 21 Jahren gravierend verändert hätten, sei die Pflegeversicherung unverändert geblieben.
 
Durch die neuen Gesetze würden unter anderem der Pflegebedürftigkeitsbegriff neu definiert und zusätzliche Mittel in Milliarden Höhe zur Verfügung gestellt – zum Beispiel für 20 000 neue Pflegekräfte in Heimen. „Jeder Pflegebedürftige braucht einen Menschen, der sich um ihn kümmert“, formulierte Laumann das Ziel. Er sei aber überzeugt, dass dies nur durch ein Miteinander von familiärer und professioneller Pflege gelingen könne. „Durch die zusätzlichen Mittel können wir mehr Personal einstellen und den Menschen gerechter werden“, bestätigte Detlef Roggenkemper. Im Haus St. Magnus habe man beispielsweise bisher 1,6 Stellen, jetzt drei Kräfte für Demenzkranke gehabt.
 
Unterstützung fand am Freitag auch, dass es künftig fünf Pflegegrade statt drei Pflegestufen geben soll. „Wie selbstständig kommt jemand durch den Tag lautet das neue Grundkriterium“, sagte Karl-Josef Laumann. Insbesondere Demenzkranke würden von der Neuregelung profitieren.
 
Um der steigenden Anzahl pflegebedürftiger Menschen gerecht werden zu können, muss qualifiziertes Personal gefunden werden. „Der Pflegeberuf ist überhaupt nicht mehr attraktiv“, betonte Birgit Stelthove: „Wir würden gerne einen Ausbildungsplatz vergeben, finden aber keine Bewerber.“
 
Laumann plädierte in diesem Zusammenhang für die Verabschiedung des geplanten Pflegeberufsgesetzes: „Wir wollen die Ausbildung zum Alten- oder Krankenpfleger zusammenführen.“ Birgit Stelthove sah hierin keine Verbesserung und befürchtete, dass insbesondere Schüler mit schlechteren Schulabschlüssen die Ausbildung künftig nicht mehr schaffen: „70 Prozent der Krankenpflege-Azubis haben Abitur.“
 
Detlef Roggenkemper sah ein Hauptproblem in der fehlenden Attraktivität in der schlechten Medienberichterstattung: „Wir sind in der Pflege sehr gut aufgestellt und haben tolle Berufe. Das dürfen wir uns nicht kaputtreden lassen.“ Dafür bekam er lang anhaltenden Applaus.
 
Zum Diskussionsende wurden Fragen von den Zuhörern beantwortet, ehe Karl-Josef Laumann das Schlusswort sprach: „In Deutschland muss niemand Angst vor dem Alter oder Krankwerden haben. Wir lassen niemanden im Stich.“
 
 
Quelle: Westfälische Nachrichten, Von Stephan Ohlmeier

aktualisiert von CDU Everswinkel, 08.06.2016, 08:14 Uhr
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