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31.03.2019, 11:31 Uhr

Vortrag auf Mitgliederversammlung 2019


Foto Klaus Meyer / WN
Gastreferent des Abends war Dr. Georg Lunemann, Erster Landesrat und Kämmerer des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe Den drittgrößten kommunalen Arbeitgeber in NRW mit 17 000 Angestellten, einem Haushaltsvolumen von über 3,6 Milliarden Euro und einer Umsatzgröße von rund 6,6 Milliarden Euro mal eben in einem Gastvortrag im Rahmen einer Parteiversammlung vorzustellen, ist eine anspruchsvolle Herausforderung. Dr. Georg Lunemann, Erster Landesrat, Kämmerer und Allgemeiner Vertreter des LWL-Direktors, bewältigte sie mühelos. Informativ und kurzweilig zugleich zeichnete er in der CDU-Mitgliederversammlung am Mittwochabend ein facettenreiches Bild des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe , der die Interessen von neun kreisfreien Städten und 18 Kreisen vertritt und für etwa 8,2 Millionen Menschen zuständig ist. „Viele werden uns nicht kennen – seien Sie froh“, spielte er auf die Kernaufgaben des zweitgrößten deutschen Sozialhilfeträgers an, der über 200 Einrichtungen betreibt – darunter 21 Krankenhäuser, 35 Förderschulen, sechs Jugendhilfe- und Bildungseinrichtungen – fast 100 000 behinderte Menschen finanziell unterstützt, Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen versorgt und den Maßregelvollzug für psychisch kranke und suchtkranke Straftäter in sechs Kliniken sichert. Für gleichwertige Lebensverhältnisse von Menschen mit Behinderung zu sorgen, sei eine zentrale Aufgabe des LWL. „Wir geben viel Geld aus für Menschen mit Behinderung.“ Allein der Teilbereich stationäres Wohnen schlägt mit 1,27 Milliarden Euro zu Buche, die LWL-Kliniken mit einer knappen Milliarde. Die Psychiatrie sei laut Lunemann „eine große Herausforderung zurzeit. Wir merken, dass immer mehr Menschen psychisch erkranken.“ In den nächsten Jahren würden über 400 Millionen Euro in die Kliniken investiert. Ein weiteres Ziel ist es, das kulturelle Erbe von Westfalen-Lippe zu bewahren, zu erforschen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 17 Museen, zwei Besucherzentren und sechs wissenschaftliche Kommissionen zur landeskundlichen Forschung sind unter dem Dach des LWL versammelt. Darunter „Edelsteine“ wie das Museum für Kunst und Kultur in Münster, die Stiftung Kloster Dalheim, die Freilichtmuseen in Detmold und Hagen, die acht Elemente des Industriemuseums Ruhrgebiet sowie das Naturkundemuseum Münster mit Planetarium, das derzeit technisch umgebaut wird. Dazu kommen Projekte, kulturelle Dienstleistungen und Preisverleihungen. Der Anspruch bestehe darin, „etwas mehr zu ermöglichen, als es eine Stadt kann“. Außerdem sei der LWL „auch an Stiftungen beteiligt, um auch in der breiten Fläche zu fördern und nicht nur die großen Brummer noch größer zu machen“. „Wir sind nicht nur eine Verwaltung, sondern bringen auch eine Menge Leistung“, blickte der zweite Mann an der LWL-Spitze auf die Fülle an Aufgaben unter Berücksichtigung einer wirtschaftlichen Arbeitsweise. Von den 3,6 Milliarden Euro im Haushalt kommen 60 Prozent (2,2 Mrd.) von den Kommunen. „Das ist ein hoher Preis, aber es ist auch sinnvoll“, betonte Lunemann. 66,7 Millionen Euro fließen aus dem Kreis Warendorf über die Landschaftsumlage an den LWL; umgerechnet 240 Euro pro Einwohner. Everswinkel ist über die Kreisumlage (4,12 Mio.) daran beteiligt. Der Kreis und Everswinkel bekämen mehr zurück, als sie einzahlten, machte Lunemann deutlich. Abgesehen von der LWL-Tagesklinik und der LWL-Institutsambulanz in Warendorf sowie der Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung in Oelde zählte der LWL-Kämmerer kreisweit zirka 1 700 Leistungsempfänger im Bereich Wohnen, fast 1 600 geförderte Menschen im Bereich Teilhabe am Arbeitsleben (z.B. in Werkstätten) und 269 Jugendliche in einer LWL-Förderschule auf. Allein die Mittel im Rahmen der Eingliederungshilfe für Menschen in Everswinkel beliefen sich auf rund 2,8 Mio. Euro. Quelle Klaus Meyer / WN

aktualisiert von Ludger Klaverkamp, 31.03.2019, 11:35 Uhr
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